| Goethes Reise auf Sizilien | Einige Impressionen | ||||
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Daß ich Sizilien gesehen habe, ist mir ein unzerstörlicher Schatz auf mein ganzes Leben. |
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Richtung Süden besucht er die Ausgrabungsstätte Segesta mit ihrem unvollendeten Tempel.
Die Lage des Tempels ist sonderbar: Am höchsten Ende eines weiten, langen Tales, auf einem
isolierten Hügel, aber doch noch von Klippen umgeben, sieht er über viel Land in eine weite Ferne,
aber nur ein Eckchen Meer.
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Quer durch das Hinterland Siziliens fielen Goethe frühlingshafte Blumenteppiche in der ansonsten trockenen Landschaft auf. Die schönsten Winden, Hibiscus und Malven, vielerlei Arten Klee herrschten wechselweise. Unterwegs gönnten sich er und seine Begleiter ein Bad in den heißen Quellen von Sciacca. Ein heißer Quell dringt aus dem Felsen mit sehr starkem Schwefelgeruch, das Wasser schmeckt sehr salzig, aber nicht faul. Inzwischen lässt sich die heilende Wirkung des Wassers in einem modernerem Ambiente von Kuranlagen erfahren. |
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Agrigent hieß damals noch Girgenti und zog bereits mit seinen Ruinen Kunstinteressierte an. Der Römische Sarkophag hatte es Goethe besonders angetan. Mich dünkt, von halberhabener Arbeit nichts Herrlichers gesehen zu haben, zugleich vollkommen erhalten. Die Überreste der antiken Stadt gehören heute zum UNESCO-Weltkulturerbe und müssen nicht - wie Goethe es einst beklagte - weiter zerfallen. |
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Wieder quer durch das Hinterland mit Halt in Caltanisetta sah Goethe dann doch noch, wieso Sizilien den Beinamen "Kornkammer Italiens" trug. Sanft gegeneinander laufende Berg- und Hügelrücken, durchgängig mit Weizen und Gerste bestellt, die eine ununterbrochene Masse von Fruchtbarkeit dem Auge darbieten. Auch der heutige Besucher ist überrascht über die vielen unterschiedlichen Landschaften im Hinterland, wo er doch nur trockene Einöde erwartet hatte. |
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Die Besteigung des Ätnas reizte den Reisenden, doch Ortskundige rieten ihm davon ab. Die hier ankommenden Fremden sehen die Sache für allzu leicht an; wir andern Nachbarn des Berges sind schon zufrieden, wenn wir ein paarmal in unserm Leben die beste Gelegenheit abgepaßt und den Gipfel erreicht haben. Heute ist der Aufstieg weniger gefährlich und beschwerlich. Asphaltierte Straßen und eine Seilbahn machen den Vulkan für jedermann zugänglich. Trotzdem ließ Goethe sich nicht abhalten und wurde am Gipfel, dem windigen und rauchenden Kraterrand, mit einer grandiosen Aussicht über das herrliche Land belohnt, das nah und fern bis ans Meer unter mir lag. Den ausgedehnten Strand von Messina bis Syrakus mit seinen Krümmungen und Buchten sah ich vor Augen, entweder ganz frei oder durch Felsen des Ufers nur wenig bedeckt. |
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Natürlich durfte auf der Reise der Besuch von Taormina nicht fehlen. Seine Lage am Hang faszinierte den Dichter. Das in den Felsen gehauene Amphitheater und seinen Ausblick auf die Stadt beschrieb er als das ungeheuerste Natur- und Kunstwerk. Die terrassenartige Bebauung und das Kastell oberhalb prägen auch heute noch den Ort. Der fantastische Sonnenuntergang ließ auch Goethe nicht kalt. Unendlich schön war es zu beobachten, wie diese in allen Punkten bedeutende Gegend nach und nach in Finsternis versank. |
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Messina, sein letzter Stopp auf der Insel, war kurz zuvor von einem schweren Erdbeben zerstört worden, so dass Goethe vor allem Trümmer vorfand. Denn der blaue Himmel schaut beinahe durch alle Fenster. Die inneren eigentlichen Wohnungen sind sämtlich zusammengestürzt. Immer wieder aufgebaut und durch weitere Erdbeben und Bombenangriffe im 2. Weltkrieg zerstört, bietet Messina heute nicht mehr viel alte Bausubstanz. Durch ihre günstige Lage an der Straße von Messina und ihre Bedeutung als Universitätsstandort ist Messina dennoch eine wichtige und quirlige sizilianische Stadt. Im geschäftigen Hafen bestieg Goethe dann auch ein Schiff nach Neapel. |